Katholische Religionslehre

Wer glaubt, ist nie allein!

„Im katholischen Religionsunterricht treten die jungen Menschen von unterschiedlichen Lebenswelten her in reflektierten Dialog mit dem kirchlichen Glauben. […] Dabei werden sie mit den christlichen Wurzeln unserer abendländischen Kultur vertraut und lernen Grundlagen des modernen Europa verstehen. Verfassungsrechtlich als ordentliches Lehrfach verankert, verwirklicht der katholische Religionsunterricht einen kirchlichen Dienst im Bildungsangebot unserer offenen, vielstimmigen Gesellschaft. Gerade in seiner konfessionellen Gestalt fördert er am Lern- und Lebensort Schule gesprächsfähige Identität und Toleranz, die auf Überzeugungen beruht.


Angesichts einer beschleunigten Individualisierung und Pluralisierung unterstützt der Religionsunterricht die Gymnasiasten darin, christliche Lebensorientierung in einer Situation zu finden, die von religiöser Vielfalt, unbestimmter Sehnsucht nach Transzendenz, aber auch von weltanschaulicher Beliebigkeit gekennzeichnet ist. Den gläubigen Schülern hilft er, ihr Christsein reflektierend zu verantworten und zu vertiefen; die suchenden oder dem Glauben bewusst fernstehenden jungen Menschen regt er an, sich mit christlichen Positionen auseinanderzusetzen und den eigenen Standpunkt zu überdenken. Bei denjenigen, die sich gleichgültig zeigen, weckt er zudem Gespür für die Lebensbedeutsamkeit religiösen Fragens. Ähnlich gilt dies alles für die ungetauften Schüler, die sich für dieses Fach entscheiden. […]


Der katholische Religionsunterricht ist von ökumenischem Geist getragen: Die Schüler erschließen die gemeinsame christliche Überlieferung, üben Dialogbereitschaft ein und werden zu einem Handeln befähigt, das über konfessionelle Grenzen hinausreicht. Besonders die Kooperationsthemen mit dem Fach Evangelische Religionslehre bieten gezielte Anregungen, in ausgewählten Themenkreisen bzw. einzelnen Teilaspekten ökumenische Zusammenarbeit erfahrbar zu machen. Zudem begleitet der Unterricht die Begegnung mit Menschen, die nichtchristlichen Religionen angehören und in wachsender Zahl in unserer Gesellschaft leben, und er trägt zusammen mit den anderen Fächern zur Ausbildung ethischer Grundhaltungen bei.  […]


In aufbauendem Lernen und in altersgemäßer Weise eignen sich die Gymnasiasten diejenigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen einer religiösen Grundbildung an, die sie darin unterstützt, den Glauben von seiner Mitte her zu verstehen und ihn in Wertschätzung zu leben. Solche Kernbereiche, zu deren Absicherung auch kirchliche Richtlinien für Bildungsstandards dienen, können über den Unterricht und die Schulzeit hinaus fortwirken und eine Grundlage für lebenslanges religiöses Lernen und mündiges Christsein bieten.“


Quelle

Link zum Lehrplan

Lehrplan

5. Jahrgangsstufe

a) Ein Neubeginn – miteinander leben, lernen und den Glauben entdecken
b) Wie Menschen sich Gott vorstellen – Abraham begegnet dem einen Gott
c) Die Bibel: Erfahrungen unseres Glaubens in einem Buch
d) Gott zeigt sich neu: Jesus von Nazaret und seine Botschaft
e) Unsere Kirchen: „Ortszeichen“ weltweiten christlichen Glaubens

6. Jahrgangsstufe

a) Zwischen Leistungserwartungen und Erlebniswelten: eigene Orientierung finden
b) Kinder in der Einen Welt: Kinder des einen Gottes
c) Menschliche Macht unter dem Anspruch Gottes: Könige in Israel
d) Aus dem Dunkel zum Licht: Jesus gibt Hoffnung in Leid und Tod
e) Christliches Gemeindeleben: Begeisterung und Mut am Anfang – Impulse für heute

7. Jahrgangsstufe

a) „Ich bin doch kein Kind mehr!“ – Fragen des Jugendalters
b) Mit dem Evangelisten Markus von einer „besseren Welt“ erzählen
c) Im Sichtbaren wird Unsichtbares gegenwärtig – Symbole und Sakramente
d) Kulturen im Wandel: christliches Europa im Mittelalter
e) Der Islam – Begegnung mit Muslimen in unserer Gesellschaft

8. Jahrgangsstufe

a) Gottes Schöpfung – Gabe und Aufgabe für den Menschen
b) Die Welt ist unvollendet: Konflikte, Schuld und Versöhnung
c) Heilssehnsucht: Ringen um das ewige Leben im Reformationszeitalter
d) Zwischen Nähe und Distanz: Jugendliche begegnen der Kirche
e) Religiosität und Lebensdeutung im Angebot – Orientierung auf dem Psychomarkt

9. Jahrgangsstufe

a) Exodus, Dekalog und Propheten: Gott schenkt Freiheit und fordert Gerechtigkeit
b) Das Judentum: Weltreligion und Wurzel des Christentums
c) Kirche und die Zeichen der Zeit: Bedrängnis, Aufbruch und Bewahrung
d) Zwischen Öffentlichkeit und Intimität: Freundschaft, Liebe und Sexualität
e) Schule, Abitur, Beruf – wozu?

10. Jahrgangsstufe

a) Gewissen konkret: Verantwortung für das Leben übernehmen
b) Leben an der Grenze: Tod und Jenseitserwartungen
c) Jesus, der Christus: "Eckstein" unseres Glaubens
d) Zur inneren Mitte finden – Sinnerfahrung und christliches Handeln
e) Christentum im Pluralismus von Religionen und Kulturen: Hinduismus und Buddhismus

11. Jahrgangsstufe

a) Zwischen Vielfalt und Entscheidung: Religion in der offenen Gesellschaft
b) Wege zu Gott: die Bibel als Zeugnis der Gotteserfahrung
c) Verantworteter Gottesglaube: Anfragen, Ablehnung, Annäherungen
d) Der Mensch im Horizont des Gottesglaubens: christliches Menschenbild

12. Jahrgangsstufe

a) Ethische Kompetenz aus christlicher Sicht: Orientierung im Wertepluralismus
b) Ethische Kompetenz aus christlicher Sicht: aktuelle Herausforderungen
c) Dimensionen der Zukunft – Gestaltungsauftrag für die Gegenwart
d) Grundriss einer Zusammenschau – das christliche Credo

Grundwissen

Orientierungstage
Die Orientierungstage haben jedes Schuljahr in der 9. Jahrgangstufe ihren Platz.

Ziel dieser Tage ist neben der Stärkung der Klassengemeinschaft die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema, ohne durch die üblichen Rahmenbedingungen der Unterrichtsstunden eingeengt zu sein.

Ein Thema, das sich hier erfahrungsgemäß sehr gut eignet, ist die Sexualethik, welches Teil des Lehrplanes in der 9. Klasse (z.B. in katholischer Religionslehre: Zwischen Öffentlichkeit und Intimität – Freundschaft, Liebe und Sexualität) ist. Die meisten Gruppen fahren deshalb unter dem Motto „Über Liebe reden lernen“ weg. Hierbei werden u.a. folgende Aspekte behandelt:

  • Das Männer- und Frauenbild in den Medien
  • Partnerschaft
  • Befruchtung, Verhütung, Schwangerschaft
  • Geschlechtskrankheiten
  • Verantwortung des Einzelnen

Für die biologische Komponente laden wir in der Regel Referentinnen und Referenten vom Gesundheitsamt in Traunstein ein. Dies ist auch aus dem Grund sinnvoll, da sich die Schülerinnen und Schüler selbstverständlich eher den ihnen fremden Personen mit privaten Angelegenheiten oder Sorgen öffnen als den ihnen bekannten Lehrkräften. 

Die Orientierungstage erstrecken sich über insgesamt zwei Tage: Mittwoch Mittag bis Freitag Mittag. Die Unterkünfte sind aus finanziellen aber auch zeitlichen Gründen in nahegelegenen Orte wie St. Leonhard am Wonneberg oder Reit im Winkel gelegen.

Gottesdienste
An unserer Schule finden jährlich drei ökumenische Gottesdienste statt:
Schulanfangsgottesdienst - Adventsgottesdienst - Schulabschlussgottesdienst

Die Vorbereitung der Gottesdienste übernehmen immer ca. drei Lehrkräfte der Fachschaften Katholische und Evangelische Religionslehre (als sog. Gottesdienstteam) sowie Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen, die sich in diesem Bereich engagieren wollen.
Gemeinsam erarbeitet man das Thema der Feier sowie verschiedene Elemente wie z.B. Bibelbezug, Lesungen, Musikeinlagen oder Aktionen (etwa eine kurze szenische Darstellung).

Wir haben das große Glück, dass wir mit Hr. Dagobert Müller einen sehr erfahrenen Musikus an unserem LSH haben, der mit seinem Chor die Gottesdienste stets hervorragend mitgestaltet. Doch auch Schülerinnen und Schüler tragen in Soloauftritten, Duetten oder als Band immer wieder dazu bei, dass unsere Gottesdienste den Namen Feiern durchaus verdient haben.
Aus logistischen Gründen werden unsere Gottesdienste in der Regel in der katholischen Kirche in Marquartstein gefeiert.